Jung und wild – aber im Ehrenamt

„Simon, ich gehe am Sonntag mal in die Kirche. Ich will schauen was das eigentlich so ist, wenn ich mich in ein paar Wochen konfirmieren lasse.“ Ich dachte zuerst, ich habe mich verhört. Eben einer dieser Jugendlichen welche immer auffallen, welche die Gruppe stets fordern und viele Leitende in die Krise treiben, hat letztens diese Aussage gemacht.

Jugendkeller in Zürich Nord.

Ja (!) ich musste mich in den letzten Jahren oft rechtfertigen für den Kurs den wir fahren, für die auf den ersten Blick konsumorientierte Haltung die wir einnehmen und die Jugendlichen die doch gar nicht zur braven reformierten Jugend passen. Man könnte sagen, sie sind vorlaut, frech und unanständig. Ich sage, sie sind interessiert, anspruchsvoll und einfühlsam.

Und jetzt nach drei Jahren sind es genau diese jungen Wilden, welche Verantwortung übernehmen, welche sich in der Kirche als Jungleitende in der Sonntagsschule und dem Unterricht einbringen, die Ferienfreizeit planen und deutlich über ihrem Soll an Anlässen teilnehmen. Es ist die junge Kirche! Es sind unsere Ehrenamtlichen!

Viele passen nicht ins idealtypische Bild einer biederen reformierten Jugend. Es ist eine lebendige, dynamische und aktive Gemeinschaft, welche der Zwingli-Kirche skeptisch und distanziert gegenüber steht. Eine Gemeinschaft welche Mitsprache, Mitbestimmung und Begegnung auf Augenhöhe fordert. Wir sind bereit als Jugendarbeit diese Dynamik und Bewegung mitzugehen. Kann da die Mutterkirche Schritt halten?

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